DIE SUCHE

ich suche, ohne zu wissen, was. ich suche neues, etwas das ich nicht kenne. ich suche nach nichts. ich suche nicht das nichts.

immer wenn ich glaube, etwas (Großes) zu verstehen, stellt sich bloß der (große) irrtum heraus. meist stehe ich staunend vor der welt und vor dem leben. ich kann sinnlich erfahren, dass die wahrheit konkret ist und im detail liegt. allgemeines und abstraktes kann ich glauben, aber nicht erfahren.

wissen ist ein glaube. was ich zu wissen glaube, stammt von wahrnehmungen und erlebnissen, von erziehung und von erfahrung. ich kann nicht alle informationen überprüfen, ich kann nur die nicht plausiblen ausschließen. was meiner ausgeprägten person nahe liegt, das glaube ich. selbstverständlich setze ich mich der kommunikation mit anderen aus. was ist tatsächlich der fall?

am anfang meiner suche steht die neugierde. neues erfahren, hinter jeden vorhang blicken, hinter dem doch wieder nur ein weiterer vorhang hängt. ich erfinde nichts neues, ich entdecke neues. ich sammle erfahrungen. ich suche ohne ziel.

mir gefällt das frühromantische „system der systemlosigkeit“. aus einer haltung von offenheit und nicht-wissen taucht unberechenbares und manchmal auch neues auf. mein handeln ist ständige improvisation auf einem grundlosen grund. DD